User Login
Live Ticker
countDown
Beginn der Sommerübertrittszeit
&nbps;
Veranstaltungen
Bezirksliga Nord
ASKÖ Schwertbergs Trainer Richard Grammer analysiert die Herbstsaison der Bezirksliga Nord
Der Neo-Trainer des Tabellenletzten erwartet sich einen Zweikampf der beiden Pregartner Vereine um den Meistertitel, wobei er die unterschiedlichen Voraussetzungen hervorhebt. Während Richard Grammer, der in seiner Trainerkarriere noch nie abgestiegen ist, auch in dieser Saison an den Klassenerhalt glaubt, zieht der Coach vor Wartberg und Bad Zell den Hut, kommen doch beide Vereine ohne Legionäre aus und agieren dabei vorwiegend mit eigenen Spielern.
Titelkampf
Aufgrund der individuellen Klasse von Spielern wie Michal
Meduna, Marek Ryba oder Murat Kaba war für mich der ASKÖ
figarouno Pregarten schon vor der Saison der Titelfavorit
Nummer eins - und ist es auch weiterhin. Die Mannschaft von
Trainer Helmut Köglberger ist jedoch sehr von diesen Spielern
abhängig und es bleibt auch abzuwarten, ob man auch Ruhe
bewahrt, wenn es einmal nicht so laufen sollte. Ein nicht zu
unterschätzender Vorteil ist sicherlich die Kunstrasenanlage -
nicht nur bei Heimspielen, sondern speziell bei der anstehenden
Vorbereitung im Winter.
Die ausgezeichnete Herbstsaison der Union Kornspitz
Pregarten war für mich keine große Überraschung. Im
Gegensatz zum Lokalrivalen lebt die Bartosiewicz-Elf von einem
starken Kollektiv und ist nicht so stark abhängig von der
Leistung einzelner Spieler. Zudem hat die Union auch weniger
Druck - der Verein will zwar aufsteigen, muss aber nicht. Eine
zusätzliche Motivation für den Tabellenzweiten ist der Ansporn,
dem favorisierten Stadtrivalen die Suppe zu versalzen.
Die DSG Union Putzleinsdorf hat die beiden Pregartner
Vereine noch in Sichtweite, dass Samir Hasanovic - den ich sehr
schätze - mit seiner Mannschaft bis zum Schluss um den Titel
spielen wird, glaube ich aber nicht. Der ehemalige Landesligist
ist zwar überaus kampfstark, aber auch unbeständig und weist
spielerisch meiner Ansicht nach nicht ganz die Klasse der
beiden Erstplatzierten auf.
Tabellenmittelfeld
Der USV Peugeot Reindl St. Oswald/Freistadt war
zweifellos die ganz große Überraschung der Herbstsaison. Mit
der Verpflichtung von Mladen Colic ist dem Verein im Sommer ein
Glücksgriff gelungen. Die Mannschaft hat in der Hinrunde
wesentlich mehr erreicht, als erwartet werden konnte und steht
vor einer ungewohnt angenehmen Frühjahrssaison. Alles was jetzt
noch kommt, ist eine Zugabe.
Nach dem Aderlass im Sommer konnte man auch den fünften Platz
der Union Lembach nicht unbedingt erwarten. Nach dem
Abgang einiger Leistungsträger machte sich die gute
Nachwuchsarbeit der letzten Jahre bezahlt, konnten die eigenen
Talente die Lücke ganz gut schließen. Der erwartete und auch
eingetroffene Einbruch der jungen Mannschaft in den letzten
Runden hat eine noch bessere Platzierung verhindert.
Die 1b-Mannschaft des FC Blau-Weiß Linz hat
einige gute Spieler in ihren Reihen, 1b-Teams sind aber
generell nicht meine Sache, verfälschen sie doch immer wieder -
gewollt oder ungewollt - die Meisterschaft. Hier sollte man
sich ernsthaft Gedanken machen und zum Beispiel vor jeder
Halbsaison eine fixe Kaderliste vorschreiben.
Mit einem guten Endspurt konnte die Union Wippro
Vorderweißenbach die Herbstsaison mit einem "blauen Auge"
abschließen. Die Elf von Trainer Walter Lehner spielte in den
letzten Jahren stets um den Titel und hat sich nun mit der
neuen Situation sehr schwer getan. Der Umdenkprozess dürfte
inzwischen stattgefunden haben und daher bin ich mir auch
ziemlich sicher, dass diese Mannschaft im Frühjahr nicht
ernsthaft in Abstiegsgefahr gerät.
Abstiegskampf
Der ASKÖ Mauthausen befindet sich zwar in ernsthaften
Schwierigkeiten, aber im Abstiegskampf kann Trainerfuchs Karl
Prömmer auf einen der besten Verteidiger der Liga bauen: Nicht
zuletzt aufgrund der Klasse und Routine von Jürgen Werner wird
sich Mauthausen im Frühjahr erfangen.
Die Union Aigen-Schlägl verfügt über eine gute
Mannschaft. Der Aufsteiger hat aber oft den Fehler begangen, zu
offensiv zu spielen und weniger Wert auf die Defensive zu
legen. Zudem wurde die Mannschaft über den Sommer nicht
verstärkt - dennoch hat Aigen eine akzeptable Hinrunde
absolviert.
Zwei Jahre lang war ich Trainer der Union Königswiesen.
Der Klub liegt mir noch immer am Herzen, habe ich doch dort
eine Kameradschaft erlebt, die es anderswo kaum noch gibt. Die
Mannschaft hatte im Herbst mit dem Verletzungsteufel zu kämpfen
und ist daher in Abstiegsgefahr geraten. Ich drücke meinem
Ex-Klub beide Daumen, dass er den Klassenerhalt schafft. Aber
sollten die Verletzten wieder an Bord sein, klappt das
schon.
Der ASKÖ HB-Fliesen Perg verfügt zwar über ein
Spielermaterial mit entsprechender Qualität, die junge
Mannschaft ist aber in Schwierigkeiten geraten. An Neo-Trainer
Hollaus wird es liegen, Ruhe zu bewahren und das
Leistungspotenzial des Teams auszuschöpfen. Wie man hört,
wollen die Perger auf Nummer sicher gehen und sich im Winter
dementsprechend verstärken.
Die katastrophale Heimschwäche der TSU Wartberg/Aist
ist eine Sache für sich. Wenn man alle sechs Heimspiele
verliert, grenzt es eigentlich an ein Wunder, dass man nicht
Letzter ist. Dieses Manko muss im Frühjahr beseitigt werden.
Zudem sollte man die vielen Platzverweise vom Herbst in der
Rückrunde minimieren. Ein Kompliment aber an den Klub, dass er
an seiner Linie, ohne Legionäre zu spielen, festhält.
Der Aufstieg in die Bezirksliga war für die Union Bad
Zell ein Riesenerfolg. Der Verein hat sich nicht verstärkt
und bleibt seiner Philosophie treu, nicht mit Legionären,
sondern ausschließlich mit Eigenbauspielern zu agieren. Da
kommt natürlich die gute Nachwuchsarbeit zum Tragen. Ich ziehe
den Hut und habe Hochachtung vor Vereinen, die diesen Weg
gehen! Der Abstieg wäre für den Klub sicher kein Beinbruch -
der Klassenerhalt aber die Belohnung für eine ausgezeichnete
Arbeit.
In den letzten sechs Spielen habe ich beim ASKÖ
Schwertberg das Traineramt von Franz Wurm übernommen. Die
Mannschaft ist sehr jung - mit dem 15-jährigen Manuel
Hinterreiter ist auch ein großes Talent vorhanden - und daher
noch unerfahren. Außer gegen Perg waren wir in jedem Spiel
zumindest gleichwertig, konnten aber nicht die nötigen Punkte
einfahren. Es fehlt einfach der eine oder andere
Führungsspieler - und deshalb wollen wir uns im Winter mit
zwei, drei Spielern verstärken. Sollten sich die neuen Spieler
als die gewünschten Verstärkungen erweisen, werden wir auch die
Klasse halten. In meiner Trainerkarriere bin ich noch nie
abgestiegen und das soll auch so bleiben!


