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1. Klasse Mitte-West

Union Oberndorfer Gunskirchens Trainer Peter Martin analysiert die Herbstsaison der 1. Klasse Mitte-West

Titelkampf

Vor der Dominanz der Union VAZ Mayr Sipbachzell ziehe ich den Hut. Wenn man 12 von 13 Spielen gewinnt erübrigt sich eigentlich jeder weitere Kommentar. Der Herbstmeister stützte sich vor allem auf die Routiniers wie Siegfried Paseka und Spielertrainer Thomas Rumpl. Die Mannschaft hat mit einem unwahrscheinlichen Lauf auch ab und an das Glück erzwungen. Trotz des komfortablen Vorsprungs von sieben Punkten sind die Sipbachzeller aber noch nicht durch, kann doch im Frühjahr das Pendel unter Umständen auch auf die andere Seite ausschlagen.
Die Union VTA Rottenbach zählte für mich vor der Saison zu den absoluten Favoriten und hat diese Rolle nach einem verpatzten Start auch bestätigt. Schon in der ersten Runde der Frühjahrssaison kann eine Vorentscheidung fallen oder die Spannung wieder steigen. Denn sollte die Elf von Trainer Sommer im direkten Duell dem Herbstmeister die erste Niederlage zufügen, dann ist das Titelrennen wieder völlig offen.
Und darauf hofft mit Sicherheit auch der SV Krenglbach. Die junge Mannschaft absolvierte eine starke Saison, hat aber gegen die beiden Erstplatzierten jeweils den Kürzeren gezogen. Da mag auch die fehlende Erfahrung eine Rolle gespielt haben. Aber ganz abschreiben würde ich die Krenglbacher noch nicht. Auch wenn es am Ende erneut nicht reichen sollte, so gehört dem Team aufgrund der Jugend in jedem Fall die Zukunft.

Tabellenmittelfeld

Der FC Gartner Edt hatte am Anfang einen Ast, ist dann aber zusehends in Fahrt gekommen. Die Mannschaft von Trainer Ernst Mittermayr ist äußerst spielstark und erhält aufgrund einer guten Nachwuchsarbeit immer wieder Nachschub aus den eigenen Reihen.
Union Oberndorfer Gunskirchen: Ich habe mir mit meiner Mannschaft zum Ziel gesetzt, im oberen Tabellendrittel zu landen - und das ist uns am Ende auch gelungen. Nach einem sensationellen Saisonstart sind wir durch unnötige Ausschlüsse etwas außer Tritt geraten, haben uns aber bald wieder gefangen. Erfreulich war auch, dass wir mit Rottenbach und Krenglbach zwei Top-Teams besiegen konnten. Als Aufsteiger haben wir uns sehr gut geschlagen und konnten in der Liga auf Anhieb gut mithalten.
Aufgrund der spektakulären Transfers gehörte der ASK Blaue Elf Wels zu den Titelfavoriten. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga ist nach wenigen Runden auch einen Stock tiefer Ernüchterung eingekehrt. Im Spiel gegen meine Mannschaft haben die Welser die mannschaftliche Geschlossenheit vermissen lassen - und das war wohl auch das grundsätzliche Problem im Herbst. Nach der missglückten Hinrunde wurde bei der Blauen Elf wieder abgespeckt. Ich bin der Meinung, dass man sich nicht zu sicher fühlen sollte, denn wie ich gehört habe, will man vorwiegend mit jungen Spielern agieren, nur hatte man schon in den letzten Jahren in Wels Probleme mit dem Nachwuchs.
Die Union Eberstalzell gehört für mich zu den positiven Überraschungen der Herbstsaison. Die Mannschaft hatte zuletzt stets gegen den Abstieg zu kämpfen und im Sommer Spieler verloren. Umso bemerkenswerter war der Saisonverlauf, konnte man sich doch souverän im Tabellenmittelfeld präsentieren. Möglich gemacht hat diesen Erfolg wohl vor allem der Zusammenhalt der gesamten Mannschaft.
Ja, die 1b-Mannschaften sind nicht meine Lieblingsteams, können wir doch gegen die "zweiten Anzüge" einfach nicht punkten. Aber während der FC Wels - so wie es eigentlich Sinn macht - mit einer jungen Mannschaft agiert und die Stammformation nicht großartig wechselt, nimmt es der SV Sedda Bad Schallerbach damit nicht ganz so genau und darf sich regelmäßiger Unterstützung aus dem OÖ-Liga-Kader erfreuen.

Abstiegskampf

Wie fast jedes Jahr kämpft der SC Offenhausen gegen den Abstieg. Ich muss dem Verein Respekt zollen, denn mit eher bescheidenen Mitteln wurde bisher der Klassenerhalt immer geschafft. Auch in dieser Saison stehen die Chancen dazu nicht schlecht. Ob der Trainerwechsel den gewünschten Erfolg bringt, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen - mit Walter Altmüller hat man jedoch einen wichtigen und erfahrenen Spieler verloren.
Der SK Blau-Weiß Stadl-Paura wurde im Herbst vom Verletzungsteufel ordentlich in die Mangel genommen und daher unter Wert geschlagen. Die Stadlinger verfügen über eine sehr gute Mannschaft und sollten die Verletzten wieder an Bord sein, dann wird der Aufsteiger auch die Klasse halten können.
Für die Union Bruckmühl und den ATSV WTS Kohlgrube/Wolfsegg ist der Herbst ähnlich verlaufen - beide Vereine gehen meiner Ansicht nach auch mit ungefähr gleichen Voraussetzungen in die Rückrunde. In den letzten Runden konnten die Klubs Boden gut machen und den Anschluss herstellen. Für beide Mannschaften wird es im Frühjahr aber nicht leichter, wenngleich die Chancen für den Klassenerhalt natürlich intakt sind. Viel wird für Bruckmühl und Kohlgrube davon abhängen, ob sie die scheinbar verlorene Heimstärke im neuen Jahr wieder zurückgewinnen können.
Die noch sieglose Union GT Weibern wird mit lediglich drei Zählern am Konto nur ganz schwer zu retten sein - da bedarf es schon eines zumindest mittelgroßen Wunders, müssen doch im Frühjahr rund 25 Punkte gesammelt werden. Mit der Verpflichtung von Spielertrainer Wolfgang Mayr sowie Jürgen Domainko und Stipo Bosnjak, die jeweils von meinem Verein nach Weibern wechseln, hat das Schlusslicht ein Signal gesetzt. Man will noch einmal alles versuchen - und klappt es nicht, dann soll zumindest für die nächste Saison eine starke Mannschaft geformt werden, um den sofortigen Wiederaufstieg anstreben zu können. Aufgeben darf man nie, es muss aber ein toller Lauf her, soll das "Wunder von Weibern" Realität werden. 

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