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1. Klasse Ost

SV Garstens Trainer Rudolf Jetzinger analysiert die Herbstsaison der 1. Klasse Ost

Der erfahrene Trainer, der unter anderem auch bei Vorwärts Steyr tätig war, will sich mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga nicht mehr nehmen lassen, lässt jedoch die beiden Verfolger, Ternberg und SC St. Valentin, nicht aus den Augen. Rudolf Jetzinger sieht die gesamte untere Tabellenhälfte in akuter Abstiegsgefahr, geht aber davon aus, dass vor allem Rohr, Ernsthofen und Adlwang eine sehr schwierige Frühjahrssaison vor sich haben.

Titelkampf

SV Garsten: Meine Mannschaft ist in den letzten beiden Jahren jeweils Dritter geworden und will in dieser Saison unbedingt aufsteigen. Die Verpflichtung von Zeljko Jelica, der von Vorwärts nach Garsten gewechselt ist, hat sich als Glücksgriff erwiesen. Während der Routinier die Abwehr zusammenhält, zieht Muhedin Alisic im Mittelfeld die Fäden und sorgen vor allem Gregor Eckhard und Werner Mündler für die nötigen Tore. Zudem zählen die Eigenbauspieler Michael Albrecht und Jürgen Schicklberger zu den absoluten Leistungsträgern. Eine tolle Mischung von erfahrenen und jungen Spielern - im Nachwuchs steckt enormes Potenzial - sowie ein starkes Kollektiv waren der Schlüssel zum Erfolg. Und sollten wir von Verletzungen großteils verschont bleiben, müssten wir uns eigentlich aufgrund des komfortablen Vorsprungs von neun Punkten und den bevorstehenden sieben Heimspielen, den Meistertitel sichern können.
Nach dem Vizemeistertitel in der Vorsaison spielte der UFC Siro Ternberg auch eine starke Hinrunde. Der Tabellenzweite stellt großteils mit Eigenbauspielern sowie dem überragenden Torwart Josef Eder eine gewachsene Mannschaft. Die abermals respektable Leistung ist für mich daher nicht überraschend gekommen.
Der SC St. Valentin ist als Tabellenzweiter aufgestiegen - deshalb mag der dritte Rang für viele eine Überraschung sein. Mit Torwart Christian Winkler, Abwehrchef Goran Kartalija und Kapitän Peter Lukarsch stützen sich die Niederösterreicher aber auf überaus routinierte Spieler. Aber auch Alexander Moser und Florian Schafelner, sowie Talent Darko Kartalija haben einiges zur tollen Herbstsaison beigetragen. Der Aufsteiger konnte überzeugen und präsentiert sich nicht zu Unrecht im Spitzenfeld der Liga.

Tabellenmittelfeld

In den letzten Jahren war der ATSV Vorwärts Steyr stets im Vorderfeld zu finden und rechnete sich auch heuer einiges aus. Die Mannschaft ist toll gestartet und konnte uns im Herbst auch die einzige Niederlage zufügen. Warum sie dann in der Folge etwas eingebrochen ist, kann ich aus der Distanz schwer beurteilen. Der vierte Platz kann sich durchaus sehen lassen, der Rückstand von 13 Punkten sorgt in Steyr aber sicher nicht für Zufriedenheit.
Für mich ist der ASV RAIKA Haidershofen-Behamberg die Überraschungsmannschaft der Herbstsaison. Das ist ein solider Verein, der zuletzt aber jeweils gegen den Abstieg kämpfte. Aber mit starken Spielern wie Jürgen Huber, Jürgen Schönberger und Thomas Ömer, sowie Erwin Karer, einen der besten Torleute der Liga, ging es in dieser Saison direkt ins obere Tabellendrittel. Die Mannschaft präsentierte sich vor allem überaus heimstark.
Der SK Amateure Steyr, langjähriger OÖ-Liga-Verein, hat sich nach dem Gastspiel in der zweiten Klasse inzwischen in der Liga etabliert und eine solide Herbstsaison absolviert. Mehr als ein Mittelfeldplatz wird in dieser Saison aber nicht mehr möglich sein.
Der SV DANA-Türen Spital am Pyhrn ist ganz schlecht in die Saison gestartet und zeigte sich lange Zeit im hinteren Tabellenbereich. Erst auf der Zielgeraden konnte der gut geführte Verein die nötigen Punkte sammeln und sich Luft von der Abstiegszone verschaffen. Nach dem schlechten Saisonstart hat sich die Mannschaft gefangen und wird mit dem Abstieg auch nichts zu tun haben.

Abstiegskampf

Es ist mir ein Rätsel, warum sich der SV Holzbau Steindl Windischgarsten im Abstiegskampf befindet. Der Verein hat einige Möglichkeiten, verfügt auch über ein tolles Stadion, war für mich aber die negative Überraschung der Herbstsaison. Obwohl man mit Kapitän Stefan Rebhandl über einen der besten Mittelfeldspieler der Liga verfügt, mit Patrik Prentner einen starken Stürmer  und mit Jozsef Szabados einen erfahrenen Legionär in seinen Reihen hat, befindet sich der Klub in akuter Abstiegsgefahr. In der Mannschaft steckt mit Sicherheit wesentlich mehr, als es die aktuelle Situation vermuten lässt - das Team spielte im Herbst weit unter seinen Möglichkeiten.
Für die Union Waldneukirchen war es die erwartet schwierige Hinrunde. Der Aufsteiger hat nur ein Ziel, den Klassenerhalt - und der ist, nachdem man sich nach einem katastrophalen Saisonstart gefangen hat, auch möglich.
Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga baute der SV Losenstein seine Mannschaft mächtig um und verpasste ihr eine Verjüngungskur. Der Umbau hat seine Spuren hinterlassen. Die junge Mannschaft sollte den Klassenerhalt schaffen und bleibt sie in dieser Form beisammen, dann wird in ein, zwei Jahren mit dem SV Losenstein wieder zu rechnen sein.
Als Torfabrik der Liga schaffte der SC Kronstorf souverän den Aufstieg. Auch einen Stock höher läuft es in der Offensive ganz gut. Doch der Aufsteiger hat mit 36 Gegentoren die mit Abstand meisten der Liga kassiert und muss einfach seine Defensive stabilisieren, um die Klasse halten zu können.

Die Union Rohr ist in dieser Saison enorm gefährdet. Aufgrund der Baulichkeiten am eigenen Sportplatz hat es der Klub aber auch nicht leicht, stehen doch nach sechs Heimspielen in Folge gleich 13 Auswärtsspiele in Serie auf dem Programm. Deshalb muss die Mannschaft höllisch aufpassen, nicht entscheidend ins Hintertreffen zu geraten, um dann in den abschließenden sieben Heimspielen noch den Klassenerhalt fixieren zu können.
Vor Garsten war der SC Ernsthofen meine letzte Trainerstation. Dort habe ich einen Verein kennen gelernt, der sehr gut geführt ist und über entsprechende Möglichkeiten verfügt. In den letzten Jahren ist es jedoch stetig bergab gegangen. Auch in dieser Saison hat man mit dem Abstiegsgespenst einen ungebetenen Gast. Zudem hat der Klub nach der Hertbstsaison mit Christian Theiss, Dejan Krivic, sowie den beiden starken Ungarn Ernö Doma und Norbert Kovacs vier Leistungsträger abgegeben. Auch Sektionsleiter Christoph Schimpl hat sich in Richtung SC St. Valentin verabschiedet. Aufgrund dieser Abgänge wird es für meinen Ex-Klub in dieser Saison wohl ganz eng werden.
Auch die Union HOVA Adlwang hat lediglich acht Punkte am Konto und konnte im gesamten Herbst nur elf Tore erzielen. Ans rettende Ufer fehlen zwar nur vier Punkte, ohne Verstärkungen wird es aber enorm schwer werden, den Klassenerhalt zu schaffen.

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