2. Klasse Nord-Ost
ASKÖ Luftenbergs Trainer Peter Hiesl analysiert die Herbstsaison der 2. Klasse Nord-Ost
Aufstiegskampf
Die Union Mitterkirchen ist nicht nur Winterkönig
sondern für mich auch der absolute Top-Favorit auf den
Meistertitel. Der Tabellenführer verfügt mit Stefan Graf und
Johannes Peterseil über ungemein starke Spieler und stellt
zudem mit Kapitän Benjamin Huber und Torjäger Szabolcs Vigh
eine Top-Offensive. Bei den Mitterkirchnern ist keine echte
Schwachstelle auszumachen. Das ist nicht zuletzt auch ein
Verdienst von Spielertrainer Thomas Rechberger, der die
Mannschaft gut im Griff hat und unter dessen Führung die
Disziplin Einzug gehalten hat.
Die Union Pabneukirchen präsentierte sich im
spielerischen Bereich als eine der stärksten Mannschaften der
Liga und unternimmt nach drei fehlgeschlagenen Versuchen den
nächsten Anlauf, aufzusteigen. Aufgrund einer vorbildlichen
Nachwuchsarbeit ist im Kader entsprechende Qualität vorhanden,
lediglich die fehlende Routine könnte sich erneut als Nachteil
erweisen. Neben dem sehr starken Stürmer Hannes Riegler verfügt
Trainer Rolf Retschitzegger über weitere überdurchschnittliche
Akteure - zudem kehrt Göschl nach einer Verletzung wieder in
den Kader zurück.
Das JKU-Team des LASK stellte schon in der
Vorsaison eine starke Mannschaft, doch viele
Undiszipliniertheiten - das Team war oft auch zu verspielt,
agierte zu wenig in die Tiefe - verhinderten ein besseres
Abschneiden. Im aktuellen Spieljahr trumpft der LASK mit der
wohl spielstärksten Mannschaft der Liga auf und wird sich mit
Pabneukirchen ein packendes Duell um einen Aufstiegsplatz
liefern. Die Mannschaft überzeugte mit tollem
Kombinationsfußball. Zudem hat das Team an Stabilität gewonnen,
wenngleich es vor Ausrutschern nicht gefeit ist, wie die
peinlich Niederlage gegen Ebelsberg beweist. Wie sich der
Trainerwechsel - Jürgen Wagner löste Mario Sipura ab -
auswirken wird, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Ich
schätze das JKU-Team aber fast noch stärker als Pabneukirchen
ein.
Tabellenmittelfeld
Die Union Greisinger Münzbach präsentierte sich
körperlich sehr stark. Das laufstarke Team hat unter
Neo-Trainer Roland Ametzberger an Stabilität gewonnen. Während
der Brasilianer Matteo herausragt, fehlt dem Kader insgesamt
jedoch etwas Qualität. Die Münzbacher stützen sich aber auf
viele Eigenbauspieler und befinden sich auf einem guten Weg. In
dieser Saison wird eine Rangverbesserung aber nicht mehr
möglich sein.
ASKÖ Luftenberg: Für viele Fußballexperten war meine
Mannschaft lange Zeit das Überraschungsteam der Herbstsaison.
Für mich jedoch weniger, denn ich habe mir schon einiges
erwartet, war und bin von meinem Team überzeugt - leider
erfolgte auf der Zielgeraden ein Einbruch. Aufgrund der
Misserfolge in den vergangenen Jahren war die Mannschaft am
Boden. Wir konnten jedoch eine Euphorie erzeugen, haben die
Defensive stabilisiert, zudem hat sich die Umstellung auf eine
Viererkette sehr positiv bemerkbar gemacht.
Die starke Leistung des ASKÖ Katsdorf vor allem in der
zweiten Herbsthälfte hat mich nicht überrascht, denn nach einem
Umbruch steht eine sehr erfahrene Mannschaft auf dem Platz, die
mit Wolfgang Achleitner und Steve Moosbrugger über sehr
gefährliche Stürmer verfügt. Der Tabellensechste agiert überaus
robust und ist für die Gegner deshalb sehr unangenehm. Die
Mannschaft hat sich in der Hinrunde die Siege großteils
erkämpft und wird meiner Meinung nach das derzeitige Niveau
auch halten können.
Die Union Pierbach/Mönchdorf ist im Herbst unter
ihrem Wert geschlagen worden. Der etwas reiferen Mannschaft
sind etliche Leistungsträger ausgefallen und den nachrückenden
jungen Spielern fehlte vor allem in der Offensive die nötige
Konsequenz. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass mit
Pierbach, das vorwiegend auf Eigenbauspieler setzt, im Frühjahr
stark zu rechnen sein wird und traue der Mannschaft einen
Vorstoß auf Platz vier zu.
Mein Ex-Klub, die Union Arbing, war in der Hinrunde
einer der größten Enttäuschungen. Ich hätte mir eigentlich viel
mehr erwartet, doch ein kleiner Kader und interne Probleme
ließen nicht mehr zu. Die Gusenleitner-Elf stützte sich vor
allem auf Abwehrchef Daniel Kral, sowie Routinier Roman
Gintersdorfer und Legionär Jan Sindelar. Doch nun hat
Gintersdorfer den Klub in Richtung Naarn verlassen und wie ich
vernommen habe, stehen auch zwei junge Spieler vor dem
Absprung. Deshalb erwarte ich im Frühjahr auch keine
Leistungssteigerung.
Tabellenende
Der ASV Hagenberg setzt auf die eigenen Spieler und
auf ein Kollektiv, verfügt jedoch über keine herausragenden
Akteure. Die Mannschaft ist sehr kampfstark, würde aber die
eine oder andere Verstärkung benötigen. Die Entwicklung der
jungen Spieler wird meiner Meinung nach noch zwei, drei Jahre
in Anspruch nehmen.
Der SC Tragwein-Kamig hat eigentlich eine gute
Mannschaft zur Verfügung, ist jedoch im Herbst unter Wert
geschlagen worden. Die Umstellung auf eine Viererkette hat
nicht wie gewünscht funktioniert, zudem waren auch taktische
Defizite vorhanden. Dennoch sehe ich eine gute Entwicklung und
traue Tragwein in den nächsten ein, zwei Jahren eine deutliche
Steigerung zu. Kurzfristig muss aber der Abgang von Friedinger
(Trainer in Weitersfelden) und das Fehlen des
langzeitverletzten Hofko erst verkraftet werden.
Der ASKÖ Treffling tritt sehr kampfstark auf, hat aber
im spielerischen Bereich einige Probleme. Nach einem Umbruch
lässt die Stabilität zu wünschen übrig, zudem fehlt der
Nachschub aus dem eigenen Nachwuchs. Mit Stanley Obi ragt ein
Spieler heraus, der aber oft auch durch Undiszipliniertheiten
negativ auffällt.
Die Union Rechberg setzt ausschließlich auf eigene
Spieler - das ist der richtige Weg. Die junge Mannschaft ist
sehr fleißig und kampfstark und hat auch zwei, drei wirklich
gute Spieler in ihren Reihen. Trotz des vorletzten Platzes ist
ein gewisses Potenzial vorhanden, das in den kommenden Jahren
durchaus den Anschluss ans Tabellenmittelfeld ermöglichen
sollte. Denn allzu viel fehlt nicht.
Da sieht es beim ASKÖ Ebelsberg Linz schon ganz anders
aus. Das Schlusslicht konnte zwar den LASK sensationell
besiegen, ziert aber nicht zufällig das Tabellenende. Da ist
auf dem Platz keine Einheit zu sehen und nach einem Rückstand
gibt sich die Mannschaft immer wieder auf. Wie man hört, will
man den Kader vergrößern, doch ob dadurch auch die Qualität
angehoben werden kann, wage ich eher zu bezweifeln. Deshalb
erwarte ich mittelfristig von den Linzern keine großen
Sprünge.

