2. Klasse Süd-West
SV Pfaffstätts Trainer Christian Launer analysiert die Herbstsaison der 2. Klasse Süd-West
Während im Aufstiegskampf im Frühjahr ein enges Rennen zu
erwarten ist, muss man sich in Pischelsdorf wie erwartet schon
jetzt mit der "Roten Laterne" abfinden. Der Neueinsteiger weckt
aber das Interesse der Bevölkerung und sorgt für
dementsprechende Zuschauerresonanz.
AUFSTIEGSKAMPF
SV Mining/Mühlheim
Der Absteiger aus der 1. Klasse wurde ein wenig überraschend
Herbstmeister. Die Einstufung der tatsächlichen Leistungsstärke
wurde durch die Kaderbewegungen im Sommer erschwert - jüngere
Spieler aus der Umgebung ersetzten einige Routiniers. Der
Trainerwechsel hat sich letztendlich bezahlt gemacht. Johann
Ebner hat aber auch von der guten Arbeit seines Vorgängers
profitiert. Der Herbstmeister verfügte in der Hinrunde über
zwei gleichwertige junge Torhüter. Deshalb wird man auch den
Abgang von Philipp Wagner, der nach Laab wechselt, verkraften
können.
Der Kader ist breit aufgestellt - gerade im Mittelfeld und im
Defensivbereich können Verletzungen gut kompensiert werden. Die
Offensive ist mit den Sulejmanovic-Brüdern sowie Alfred Schaber
glänzend besetzt. So waren diese drei Leistungsträger für mehr
als zwei Drittel der erzielten Tore verantwortlich. Mining kann
sich aber auch auf eine kompakte und stabile Defensive
verlassen. Zudem bewegt sich der Tabellenführer im physischen
Bereich auf einem hohen Niveau, ist spielerisch stark und
konnte im Herbst zusätzliches Selbstvertrauen tanken. Aufgrund
des breiten Kaders und der guten Trainingsbedingungen ist der
SV Mining für mich Titelfavorit Nummer eins.
Union Schwand
Der Tabellenzweite verfügt wahrscheinlich über das stärkste
Kollektiv der Liga. Eine weitere Stärke der Mannschaft von
Spielertrainer Werner Hartl, der mit sechs Treffern Topscorer
seines Teams war, ist die körperliche Robustheit und die wieder
gewonnene Heimstärke - 19 von 21 möglichen Punkten konnten auf
eigenem Platz gesammelt werden. Schwand war von Saisonbeginn an
vorne dabei und absolvierte eine solide Hinrunde. Mit
Neuerwerbung Herbert Paischer hat man zudem einen Goldgriff
gelandet. Er ist einer der spielerisch stärksten Akteure der
Liga und darüber hinaus auch sehr lauffreudig. Neben einer
stabilen Defensive waren Hartl und Paischer die Garanten des
Erfolgs. Die dünne Personaldecke könnte jedoch zum Problem
werden. Ebenso die Tatsache, dass man nur über einen sehr
starken Torwart verfügt. Auch ein echter Knipser ist nicht
wirklich vorhanden. Aber sollte die Hartl-Elf halbwegs
verletzungsfrei über die Runden kommen, ist sie ein heißer
Kandidat für einen Aufstiegsplatz.
SV Pfaffstätt
Nach einer enttäuschenden Vorsaison steht die Mannschaft
wieder dort, wo sie der Vorstand und die Fans sehen wollen -
ganz vorne mit dabei. Ein sicherer Rückhalt zwischen den
Pfosten, eine gute Abwehr - die aber ab und auch auch
"einfache" Tore kassierte - ein kampfstarkes Mittelfeld und
zwei treffsichere Stürmer sicherten den dritten Platz. Gründe
für den Aufschwung sehe ich in der Rückkehr von Andreas
Messner, einer guten Trainingsbeteiligung sowie zwei
"Last-Minute"-Siegen gegen Weng und Angstgegner Handenberg. Der
nach Munderfing gewechselte Kapitän Thomas Schweigerer war
nicht leicht zu ersetzen und auch der verletzungsbedingte
Ausfall des zweiten Manndeckers bereitete Probleme. Meine
Mannschaft präsentierte sich den Herbst über sehr launisch. So
wechselten sich katastrophale Halbzeiten und toller Fußball zum
Leidwesen des Trainers und der Fans immer wieder ab. Ausfälle
konnten bis zu einem gewissen Punkt ganz gut kompensiert
werden. Nach dem sehr guten Herbstdurchgang ist der Aufstieg
durchaus ein Thema, jedoch überhaupt kein Muss.
Union St. Radegund
Die Mannschaft zeichnet sich vor allem durch ihre Heimstärke
aus. Im Stadion "Zum heiligen Grase" hingen die Trauben für die
Gästeteams schon immer sehr hoch. In dieser Saison ist das
bislang nicht anders. So feierte der Viertplatzierte auch
Schützenfeste - lediglich die klare Heimpleite gegen
Schneegattern passt nicht ins Bild. Das Team wurde im Sommer
gut verstärkt. Besonders die Verpflichtung von Torschützenkönig
Richard Huber war ein Goldgriff. Nur in der Fremde konnte man
nicht restlos überzeugen, nur ein Spiel gewinnen. St. Radegund
fehlen fünf Punkte zu einem Aufstiegsplatz. Das kann man unter
anderem in den sechs Heimspielen und einem "Pflichtsieg" in
Pischelsdorf durchaus noch wett machen. Leicht wird`s aber
nicht, da auch zum Teil schwere Auswärtsspiele auf dem Programm
stehen. Das Team aus St. Radegund ist aber gut bestückt, kann
drei, vier Ausfälle durchaus kompensieren und verfügt zudem
über eine ausgewogene Mischung aus jungen und erfahrenen
Spielern.
Union Handenberg
Dieser Mannschaft hätte ich vier, fünf Punkte mehr durchaus
zugetraut, konnte sie doch an den Lauf der Vorsaison nahtlos
anknüpfen. Seit Trainer Fritz Weilbuchner das Sagen hat, läuft
es sehr rund. Den Abgang von Goalgetter Stefan Schwaiger, der
zu Landesligist Braunau gewechselt ist, konnte der aus
Eggelsberg gekommene Christian Haidinger auch mit all seiner
Routine jedoch nicht ganz wett machen. Meiner Meinung nach kam
man auch ohne gröberen Verletzungen durch den Herbst, deshalb
hätte ich die Handenberger etwas weiter vorne erwartet. Die
Mannschaft war in der Hinrunde schwer auszurechnen, da der
ehemalige Spielertrainer Günter Russinger sowohl vorne, als
auch in der Defensive eingesetzt wurde und einige Spiele noch
drehen konnte. Der Tabellenfünfte verfügte über eine kampf-
aber auch spielstarke Mannschaft. Mit Kapitän David Renzl und
Christian Reschenhofer stehen zudem zwei der besten
Spieler der Liga im Team. Handenberg verfügt auch über eine
sehr starke zweite Mannschaft, die Ausfälle der "Ersten" gut
ausgleichen kann. Somit ist auch ein quantitativ entsprechender
Kader vorhanden. Das Ziel in Handenberg war und ist der
Aufstieg - der kann auch gelingen, doch muss im Frühjahr dann
auch alles passen.
TABELLENMITTELFELD
SV Weng
In der vergangenen Saison lief es beim diesjährigen
Tabellensechsten nicht nach Wunsch. Das war wohl mit ein Grund,
warum der langjährige Torjäger Sefik Merdanic das Weite suchte.
Die Verletzung von Kapitän Roland Mindl, dem besten Libero der
Liga, war für Weng quasi eine Katastrophe. Der Vorstand hat
reagiert und zwei Tschechen verpflichtet - Roman Bednar für die
Kreativabteilung und Petr Vesely für die nötigen Tore. Roman
Koller schnürt nun auch wieder seine Schuhe und erzielte
gemeinsam mit Vesely 22 der 34 Wenger Tore. Mit der Rückkehr
von Kapitän Mindl ging dann noch einmal ein Ruck durch die
Mannschaft, die letztendlich eine solide Saison absolvierte.
Und hätte der SV Weng in einigen Spielen in den letzten Minuten
nicht einige Punkte liegen lassen, hätte der Klub im Frühjahr
sogar noch um den Aufstieg mitmischen können. Die derzeitige
Situation lässt dies jedoch nicht mehr zu. Aber gegen Weng muss
sich jede Mannschaft warm anziehen, um bestehen zu können. Die
dünne Spielerdecke könnte jedoch, wie schon in der letzten
Saison, zu einem Problem werden.
ATSV Schneegattern
Im Sommer wurde einiges verändert. So kam mit Rudolf
Feichtenschlager ein neuer Trainer. Zudem trägt der Klub
aufgrund der Umbauarbeiten der Sportanlage seine Heimspiele in
Pöndorf aus. Und durch Spielerwechsel mit dem Nachbarn aus
Straßwalchen wurde das Gesicht der Mannschaft verändert. Was
Schneegattern vor allen Dingen fehlt, ist die Konstanz. Ein
Kantersieg gegen St. Radegund, oft wirklich guter Fußball, aber
eben meist nicht bis zur 90. Minute. Trotz spielerisch
herausragender Akteure wie Mirsad Halilovic oder Nihad Ikanovic
wurde der Sack oft einfach nicht zugemacht. So ging der
Tabellensiebente mit den vorhandenen Torchancen einfach zu
verschwenderisch um - 30 erzielte Tore sind für dieses Team zu
wenig. Um Kapitän Franz Rudinger, dem Kämpferherz der
Mannschaft, konnte aber die Defensive stabilisiert werden. Der
Ausweichplatz in Pöndorf hat sich als Nachteil erwiesen, sodass
man nicht ins erhoffte Aufstiegsrennen eingreifen konnte.
Union RAIBA Hochburg-Ach
Der zweite Absteiger hat ein schwieriges Jahr erwartet - und
das ist auch eingetreten. Die junge Mannschaft sucht noch nach
einem echten Rückhalt, der ihr mit Roland Holzner
(vorübergehend?) verloren gegangen ist. Der Trainer lässt das
Team, als einziges der Liga, konsequent mit drei Stürmern
spielen. Damit hatten viele Mannschaften Probleme. Die
Hochburger ergeben sich nach der enttäuschenden Abstiegssaison
nicht ihrem Schicksal, sondern gehen an ihre Grenzen - wie kaum
eine andere Mannschaft. Defensiv steht man ziemlich gut, in der
Offensive ist jedoch noch viel Luft nach oben vorhanden. So
konnte kein einziger Spieler mehr als vier Tore erzielen. Auf
eigenem Platz nur schwer zu besiegen, läuft in der Fremde aber
oft nicht viel zusammen. Eine Steigerung ist nicht unbedingt zu
erwarten, genießt Hochburg in der Rückrunde doch nur sechs Mal
Heimrecht.
Union RAIKA St. Peter am Hart
Der neunte Hinrundenplatz ist doch sehr enttäuschend. Gründe
dafür gibt es einige. So ist man auf der neuen Sportanlage zwar
noch ungeschlagen, konnte aber lediglich eines von fünf Spielen
gewinnen. Mit dieser Bilanz kommt man in der Tabelle nicht
weiter. Zudem hatte der Klub große Verletzungssorgen -
zahlreiche Stammspieler mussten immer wieder ersetzt werden. Zu
vielen anderen Aktivitäten hat der Bau der neuen Sportanlage
aber vielleicht auch ein großes Maß an Konzentration gekostet.
St. Peter hat sich jedoch in der Fremde meist bärenstark
präsentiert und verfügt mit Michael Hager über einen der
spielerisch stärksten Akteure der Liga. Die bereits getätigten
Winter-Transfers lassen derzeit eine gezielte Prognose für die
Rückrunde noch nicht zu. Wichtig wird aber vor allem sein, dass
anstatt der vielen Unentschieden Siege verbucht werden können
und die Verletzten bald wieder zurückkommen, dann steht einer
starken Frühjahrssaison nichts im Wege.
TABELLENENDE
Union Treubach/Roßbach
Die Verantwortlichen hätten sich wohl mehr erwartet als den
zehnten Zwischenrang. Berechtigt, wenn man sich die starke
Rückrunde der Vorsaison in Erinnerung ruft. Für den
Abwärtstrend gibt es jedoch auch Gründe. So trat Gerhard
Weinberger, für mich der beste Trainer für Treubach, zurück.
Zudem standen Routinier Pavlovic und Flügelflitzer Kaufmann im
Herbst nicht mehr zur Verfügung. Dass man aber nur zwei Siege
einfahren konnte, war für mich doch überraschend. Es waren aber
auch viele knappe Niederlagen dabei - in einigen Spielen hätte
man durchaus punkten können. Laut Trainer Walter Reinthaler ist
die Vorbereitung nicht nach Wunsch verlaufen und die
zahlreichen Interessen der jungen Spieler (einige sind gute
Inline Hockey-Spieler) ließen vielleicht auch nicht mehr zu.
Zudem stellen die schlechten Trainingsbedingungen im Winter für
die Treubacher bereits ein traditionelles Problem dar. Der
Mannschaft traue ich aber eine Steigerung zu, wenngleich nicht
eine so starke Rückrunde wie im Vorjahr. Allerdings kann man
die Treubacher oft auch nur schwer einschätzen, kommen doch
immer wieder Talente aus dem Ort nach.
TSU Jeging
Die Mannschaft zeigte sich zu Saisonbeginn überraschend stark
und präsentierte sich lange Zeit im Bereich des oberen
Tabellendrittels. Doch fehlender Trainingseifer und einige
Querelen rund um Spielertrainer Christian Kraihammer waren dann
wahrscheinlich der Hauptgrund für den sportlichen Abstieg.
Nicht zu vergessen die Torhüterproblematik aufgrund von
Verletzungen. Dann kassierte man auch noch hohe Niederlagen.
Einen möglichen Aufschwung sehe ich im Trainerwechsel. Die
Spieler werden unter Neo-Trainer Achrainer sicher wieder mit
mehr Spaß und Einsatz bei der Sache sein und so die Abgänge
verkraften. Zusätzlich wird der unermüdliche Einsatz des
Vorstandes weiterhin für gute Bedingungen in Jeging sorgen -
dafür steht Herr Hager mit seinen Helfern. Ziel muss sein, die
vielen Gegentreffer zu minimieren und zwei, drei sehr gute
Leute aus der Reserve wieder für die Kampfmannschaft zu
begeistern. Ein einstelliger Tabellenplatz scheint mir in
dieser Saison nicht mehr möglich. Mit dem nötigen Zusammenhalt
sollte aber wieder gute Stimmung einkehren und damit auch
wieder der sportliche Erfolg.
Union St. Johann am Walde
Nach einem erfolgreichen Jahr für "Saiga Hans" weht nun wieder
ein etwas rauerer Wind. Nur ein Heimsieg und der zwölfte
Tabellenplatz lösen sicher keinen Jubel aus. Dem Karriereende
von Langzeitkapitän Feichtenschlager wirkte man mit der
Verpflichtung von Erich Schönberger aus Eggerding entgegen. Im
Winter beendete man auch die Zusammenarbeit mit Trainer Johann
Stempfer. Auf den neuen Trainer wartet eine willige, junge
Mannschaft, die im Frühjahr sicher anpacken möchte. Aus meiner
Sicht müsste Ziel Nummer eins sein, dass das Kobernaußerwald
Stadion wieder eine Festung wird und die Mannschaft einige Tore
mehr erzielt. Denn defensiv zeigte man sich im Herbst durchaus
stabil. Eine starke zweite Mannschaft könnte vielleicht den
Konkurrenzkampf verstärken. Ein weiterer Routinier würde dem
Team wohl auch gut tun. Allerdings steht dem die
Vereinsphilosophie entgegen, nur mit eigenen Spielern bestehen
zu wollen.
SV RAIKA Uttendorf
Mit dem Abschneiden kann der Klub sicher nicht zufrieden sein.
Ursachen dafür sind sicher die zu frühe Beförderung des erst
16-jährigen Torwarttalents Robert Glechner - aufgrund des
verletzungsbedingten Karriereendes von Einsergoalie
Wenigwieser. Weiters stand Neo-Trainer Dimitre Nikov nur selten
der gesamte Kader zur Verfügung. Top-Stürmer und Sektionsleiter
Martin Rauch plagte sich mit einer Verletzung herum - und wenn
er dabei war, dann meist auch nur mit halber Kraft. Laufend
musste die Startformation verändert werden, ein Einspielen der
Mannschaft war deshalb nicht möglich. Es machte sich auch
bemerkbar, dass man zuletzt immer wieder Spieler abgeben musste
bzw. einige Akteure aus verschiedenen Gründen nicht voll dabei
sein können. Die Verpflichtung von Lyubomir Nikolov, der aus
Burgkirchen gekommen ist, macht für mich wenig Sinn, da mit ihm
nicht langfristig geplant werden kann. Jedoch kann er im
Frühjahr einiges dazu beitragen, die Saison halbwegs positiv zu
beenden. Mehr darf man sich in der Rückrunde nicht erwarten.
Der zehnte Platz ist unter Umständen noch möglich, vor allem
sollte man aber für die kommende Saison einen Einsertorwart
verpflichten, denn Glechner benötigt trotz seines Talents noch
einige Jahre Zeit.
Union Pischelsdorf
Das erwartet schwere erste Halbjahr für den Neueinsteiger ist
vorbei. Mit dem bisher Gezeigten ist der Vorstand nicht
unzufrieden. Vor der Saison hätte ich damit gerechnet, dass
Pischelsdorf etwa gegen St. Radegund oder Handenberg
zweistellige Niederlagen kassiert - das konnte aber vermieden
werden. Erfreulich war, dass der Neuling gleich im ersten Spiel
vor einer Riesenkulisse gleich das erste Tor der
Vereinsgeschichte erzielte und gegen St. Radegund sogar in
Führung ging. Trotzdem steht den Pischelsdorfern eine
schwierige Rückrunde bevor, denn die Niederlagenserie hat
Wirkung gezeigt und ohne Verstärkungen wird es nicht leichter.
Positiv finde ich das große Interesse der Bevölkerung - und das
wird vielleicht ihr größter Trumpf im Frühjahr. Denn über
mangelnde Zuschauerresonanz kann sich der Klub wahrlich nicht
beklagen. Hier zeigt sich, dass der Verein durch das Engagement
einiger Personen gut aufgestellt ist und diese Leute auch
weiterhin alles geben werden.
An einen Punktgewinn glaube ich aber dennoch nicht - so
realistisch muss man sein. Ich wäre aber gerne dabei, wenn der
erste Punkt eingefahren wird, denn dann gibt`s in Pischelsdorf
sicher ein Spektakel.

