Architekt auf mehreren Ebenen

Architekt auf mehreren Ebenen

Seit heuer greifen die Optimierungen, die der OÖ FUSSBALLVERBAND bei seiner Trainerausbildung vorgenommen hat – mehr dazu HIER. Ein Beispiel für einen jungen aufstrebenden Trainer, der die Ausbildung in Oberösterreich absolviert hat, ist Alexander Zellhofer, der nun die Vienna an der Seitenlinie erfolgreich dirigiert. Die gute Performance des Tabellenführers der Wiener Stadtliga, der im UNIQA ÖFB Cup erst im Viertelfinale knapp beim SK Sturm ausgeschieden ist, unterstreicht, dass  Österreichs ältesten Fußball-Klub und den vielleicht jüngsten Cheftrainer des Landes große Ziele verbinden. „Ich bin am Fußballplatz aufgewachsen, Pasching war mein zweites Wohnzimmer, ich habe leidenschaftlich gespielt“, so der Sohn von Georg Zellhofer. Doch es kamen schwere Verletzungen dazwischen. Zweimal war das Sprunggelenk komplett kaputt, einmal auch das Knie kräftig lädiert. Der Traum vom Profifußballer damit schnell ausgeträumt. „Das war ein schwerer Einschnitt, aber ich habe einen Weg gesucht, um dem Sport verbunden zu bleiben“, erzählt der 26-Jährige.

Hochwertige Ausbildung als Grundstein
Nach den Stationen Pasching und ASKÖ Oedt kickte er hobbymäßig noch mit Tino Wawra bei ASKÖ Leonding in der 1. Klasse. „Da habe ich dann in der U7 und U8 ein wenig mitgeholfen und die Arbeit mit den Kindern hat mir großen Spaß gemacht.“ Ein Anfang war gemacht, es ging zurück nach Oedt, wo Zellhofer bei der zweiten Mannschaft als Co von Helmut Wartinger sowie als Bindeglied zur ersten Mannschaft fungierte. Zeitgleich begann er im OÖ FUSSBALLVERBAND die Trainerausbildung, 2017 legte Zellhofer die Prüfung als Kindertrainer ab, ein Jahr später – mittlerweile hatte er schon bei der Vienna angeheuert - als Jugendtrainer und 2019 erhielt er bereits die B-Lizenz: „Ein großes Danke den Herren Weissenböck, Schweitzer und Direktor Schenk für die hochwertige Ausbildung.“

Seit 2020 Vienna-Cheftrainer
Im Februar 2021 absolvierte er als vorerst letzten Schritt den ÖFB-Kurs für die Elite-Junioren-Lizenz, den er mit Auszeichnung abschloss. Das alles neben dem Architekturstudium, in dem Zellhofer kurz vor dem Abschluss steht. „Meine zweite Leidenschaft.“ Eine, die er sogar mit dem Fußball verbinden kann. In Altach hat er seinerzeit den Funktionscampus geplant und auch beim Stadionprojekt mitgewirkt. „Bei der Vienna sind wir auch gerade dabei, den Trainingscampus neu zu gestalten.“ Wobei Zellhofer bei den Döblingern auch als sportlicher Architekt werkt. Zunächst zwei Jahre lang als Nachwuchsleiter und Trainer von U18 und U23. „Nach dem Zwangsabstieg wurden die Zeichen auf Null gesetzt und wir haben den Nachwuchs komplett umgebaut.“ Im Juli 2020 wurde Zellhofer dann zum Cheftrainer befördert.  Mit großen Zielen: „Wir wollen unbedingt in die Regionalliga aufsteigen und dann auch zurück in die Bundesliga. Die Vienna ist ein Profiklub, der derzeit in einer Amateurliga gefangen ist.“

Alter kein Kriterium
Weiter in die Zukunft will Zellhofer gar nicht denken, er lebt im Hier und Jetzt: „Ich will jeden Tag ans Limit gehen, um Dinge zu bewegen.“ Probleme mit fehlendem Respekt seiner Spieler hatte er dabei noch nie: „Alter ist keine Qualifikation, wichtig ist, dass man mit seiner Arbeit überzeugt, dazu offen, ehrlich und authentisch ist.“ Deshalb nennt er auch kein Vorbild, sondern lediglich „Trainer wie Klopp, Mourinho oder Ancelotti“, von denen man sich das eine oder andere abschaut. Julian Nagelsmann taucht in dieser Liste nicht auf, dafür der Name Zellhofer, nämlich Papa Georg: „Er hat als Spieler, Trainer und Sportdirektor mehr als 800 Bundesliga-Spiele bestritten und verfügt über viel Erfahrung, von der ich auch profitieren kann. Wir telefonieren täglich und tauschen uns über viele Dinge aus.“

 

Foto: Christian Hofer