OÖ-Trio im EM-Fieber

OÖ-Trio im EM-Fieber

„Das Team hat sich das direkte EM-Ticket nach der besten Qualifikation aller Zeiten verdient. Die neuerliche Endrundenteilnahme ist für ein kleines Fußballland wie Österreich extrem hoch einzuschätzen“, freute sich ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann. Ein Erfolg, der auch durchaus mit oberösterreichischer Beteiligung aufwarten kann.

Isabel Hochstöger: Die Teammanagerin hält die organisatorischen Fäden in der Hand und ist im ÖFB generell für Mädchen- und Frauenfußball zuständig. „Wir sind ein kleines, aber feines Team, alle sind mit Leidenschaft dabei“, weiß die Linzerin, die große Ziele verfolgt. „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist, dass wir die Basis und die Breite größer machen, dass wir das Bewusstsein schaffen, dass es ganz normal ist, dass Mädchen Fußball spielen“, betont Höchstöger. In den Vereinen gebe es nämlich nicht immer das entsprechende Angebot für junge Spielerinnen.

Laura Wienroither: Begonnen hat alles bei TSV Frankenburg. Über die Union Kleinmünchen, Neulengbach und St. Pölten wagte die heute 22-Jährige schon anno 2018 den Sprung zu Hoffenheim. „Sie hat eine überragende Entwicklung genommen, ist physisch sehr stark, kann 90 Minuten marschieren und hat viel Selbstvertrauen“, so charakterisiert Teamchefin Fuhrmann die Verteidigerin, die im Herbst 2020 den Sprung zur Stammspielerin im Nationalteam schaffte. „Sie ist sehr konstant in ihren Leistungen“, ergänzt Hochstöger.

Lisa Kolb: „Eine Spielerin der Zukunft, sie ist dribble-stark, technisch versiert und hat eine hohe Geschwindigkeit“, lautet Fuhrmanns Beschreibung der erst 19-jährigen Offensivkraft aus Vöcklabruck, die im Vorjahr ihr Debüt in der Nationalmannschaft feiern durfte. „Damit hat sich ein schöner Kreis geschlossen“, weiß Hochstöger. Schon als junges Mädchen durfte Kolb, heute bei Neulengbach, einst bei einem Länderspiel gegen England in Krems Teamluft schnuppern. Ihr Vater wollte sie als Einlaufmädchen anmelden, weil aber alle Plätze schon vergeben waren, nahm sie der damalige Teamchef Ernst Weber kurzerhand mit zur Trainerbank und sogar mit in die Kabine: „Wenig später wurde sie dann in die Akademie aufgenommen, nun ist sie selbst Teamspielerin“, erzählt Hochstöger.

Die Zukunftsaktien: Wienroither und Kolb wandeln damit auf den Spuren von Gerti Stallinger, die lange Jahre Österreichs Rekord-Internationale (56 Spiele) und Rekord-Torschützin (30 Treffer) war, oder von Nina Aigner (40 Länderspiele). Und für weiteren Nachschub für das ÖFB-Team aus Oberösterreich wäre gesorgt, so wird etwa Mittelfeldspielerin Annabel Schasching (Sturm Graz) oder Abwehrspielerin Claudia Wenger (St. Pölten) großes Potenzial bescheinigt.

 

Fotos: ÖFB