„Wir nehmen alles unter die Lupe“

„Wir nehmen alles unter die Lupe“

Potenziale ausloten - und ausnutzen! Beim Ziel einer nachhaltig erfolgreichen Entwicklung des Sportlandes Oberösterreich zeigt Gerhard Rumetshofer Zug zum Tor. Der fußballaffine Neo-Landessportdirektor spricht im "Doppelpass" -Interview über Schwerpunkte, Strategieprozess und notwendiges Lobbying.

 

Was sind die zentralen Kernaufgaben der Landessportdirektion?

Gerhard Rumetshofer: "Unsere Tätigkeiten lassen sich in drei Bereiche aufgliedern. In der Landessportdirektion läuft alles zusammen betreffend Strukturen und Förderung des Sports in Oberösterreich. Zudem sind wir für die Organisation der Landessportschule verantwortlich, bieten Trainerausbildungen sowie Beherbergung und Verköstigung im Haus an. Die dritte Säule ist die Leitung des Olympiazentrums, wo wir in Zusammenarbeit mit Verbänden und Vereinen die Rahmenbedingungen für den Erfolg unserer Spitzensportler schaffen."

Welche Änderungen beziehungsweise Schwerpunkte zeichnen sich nach den ersten Monaten im neuen Amt ab?

GR: "Das Geld wird nicht mehr, aber es sollte gezielt eingesetzt werden, um moderne Infrastruktur-Standards gewährleisten zu können. Wir müssen uns vor Augen halten, dass sich meistens ein ehrenamtlicher Funktionär in seiner Freizeit der gewaltigen Herausforderung eines Bauprojekts am Vereinsgelände annimmt - da muss es unser Ziel sein, ein Maximum an Service bieten zu können. Außerdem müssen wir analog zur Investition und Modernisierung des Olympiazentrums das Umfeld für die Topathleten weiter professionalisieren."

In welche Richtung steuert der Sport in Oberösterreich?

GR: "Es ist die Vorgabe von Landesrat Michael Strugl, im Sport alles unter die Lupe zu nehmen. In diesem Strategieprozess befinden wir uns gerade. Ein Thema der Zukunft wird für mich ganz klar die Nachwuchsarbeit sein, da gibt es noch viel Potenzial und dort liegt auch der Schlüssel für ein erfolgreiches Sportland."

Apropos Nachwuchsarbeit: Da haben Sie im Fußball schon viel Erfahrung gesammelt . . .

GR: "Nach meiner jahrelangen Zeit als Aktiver und Funktionär bei Bad Kreuzen engagiere ich mich bei meinem Heimatverein seit fast zehn Jahren als Nachwuchstrainer, sehe dort, dass geprüfte Trainer eine andere Qualität ermöglichen. Zudem gibt es vom Verband tolle Angebote wie das Vereinscoaching oder das Anreizsystem. Aber das muss man dann als Amateurklub auch nutzen - wer sich engagiert, wird belohnt. Ebenso ein Vorzeigeprojekt ist Familien am Ball. Du brauchst einfach Kinder und Familien, um nachhaltig über das reine Spiel hinaus etwas im Sport bewegen zu können. Ich denke da speziell an die sozialen Aspekte im Vereinsumfeld."

Ist die gesellschaftliche Bedeutung des Sports ausreichend im Bewusstsein der Öffentlichkeit und wichtiger Entscheidungsträger verankert?

GR: "Der Sport hat leider oft noch nicht den Stellenwert, den er verdient. Aber es liegt an uns, ihn zu erhöhen. Man leistet da viel Lobbying-Arbeit, um auf den Mehrwert hinzuweisen sowie Eltern, Schulen oder Gemeinden bestmöglich zu integrieren. Entscheidend ist, dass sich der Sport gut präsentiert und positiv auf sich aufmerksam macht."